Das längst überfällige und notwendige Lob der Markise, erschienen auf der Wahrheit, der Satireseite der taz, am 5.9.2025.
>> Die Menschen malen den Sommer in den ödesten Bildern. Wäsche, die in der Sonne auf der Leine trocknet? Schnarch! Süßer Saft, der aus einem angebissenen Plattpfirsich über die Hand rinnt? Kitsch! Blumen, die am Rande des Feldwegs im Wind wiegen? Naiv! Eskapistisch! Schlicht doof! Das einzig wahre Symbol des Sommers ist die Markise.
Nirgendwo schmeckt der Erdbeerkuchen besser als unter der Markise. Nirgendwo summen die Wespen schöner als unter der Markise. Hier staut sich die Luft, und man freut sich drüber. Man sitzt auf der Terrasse und tut nichts, und über einem klappert die Markise. Denn unter der Markise wird nichts getan. Hier ruht die Arbeit. Bewerbungsschreiben? Steuererklärung? Homeoffice? Nein. Beziehungsweise ja, aber nicht unter der Markise. Weiterlesen.
Der Wäschesack ist ein alter Sack: Bahnbrechend Neues aus der Sprachforschung, erschienen auf der Wahrheit, der Satireseite der taz, am 8.7.2025.
>> Im zweiten Stock des Max-Planck-Instituts für Sprach-ursprungsforschung in Hannover arbeitet die Frau, die dafür verantwortlich ist, dass die internationale Sprachwissenschaft momentan nicht zur Ruhe kommt. Seit Dr. Susanne Verden-Aller und ihr Team die Ergebnisse des Forschungsprojekts „The Roots of Grammar“ veröffentlicht haben, wird an den Sprachinstituten dieser Welt über nichts anderes mehr diskutiert.
Mithilfe neuer Rechenmethoden ist es Verden-Aller gelungen, von historischen Textfunden und mündlichen Überlieferungen zurückzurechnen und auf diese Weise den gemeinsamen sprachlichen Ursprung aller Sätze zu finden. So gelangte die Forscherin zur ersten grammatikalischen Wortkombination, aus der sich später alle modernen Sprachen entwickelten. Sie lautet: „Der Wäschesack ist ein alter Sack!“ Dieser Satz also markiert den Übergang von den Einzelwortsprachen in die Satzsprachen. Weiterlesen.